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Das Polar Research Institute Deutschland PRIDe ist ein in Hamburg ansässiges und durch europäische Gelder getragenes Forschungsinstitut, das sich mit der Erforschung der Arktis befasst. Ziel ist ein besseres Verständnis der durch den Klimawandel ausgelösten Veränderungen, der Schutz der arktischen Flora und Fauna, sowie die Wahrung europäischer Interessen in der arktischen Region.

Am 14. September 2019 erreichte uns der letzte Funkspruch unseres Forschungsschiffs POLARIS. Am 04. April 2020 entdeckte ein Fischerboot die POLARIS auf dem Meer treibend. Von der 5-köpfigen Besatzung der POLARIS fehlt jede Spur. Die POLARIS wurde inzwischen nach Tromsø überführt und der norwegischen Polizei übergeben. Diese geht davon aus, dass die gesamte Besatzung entführt wurde.

 

Das Polar Research Institute bittet um Ihre Mithilfe bei der Lösung des Falles.

Dafür stehen uns derzeit nur die Fotos zur Verfügung, die die Polizei an Bord des Schiffes machte, sowie Audioaufnahmen der Besatzung. Alle uns zur Verfügung stehenden Hinweise haben wir hier zusammengetragen. Es ist sinnvoll, für Hintergrund-Recherche das Internet zu nutzen.

Einen ersten Überblick bietet das Logbuch des Besatzungsmitglieds KATYA POTEMKINA SAMYEVNA, die die Ereignisse an Bord im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit dokumentieren sollte.

Für Ihre Mithilfe dankt Ihnen das Polar Research Institute Deutschland (PRIDe).

 

KATYAS Logbuch

14. September

15. September 09:12 Uhr

Bei unten abgebildeten Teetassen handelt es sich nach Einschätzung der Polizei um den entscheidenden Hinweis. Diese fand man auf dem Tisch im Aufenthaltsraum. In allen Tassen bis auf einer wiesen die Ermittler*innen Rückstände eines starken Schlafmittels nach und alle Tassen waren fast vollständig ausgetrunken worden. Wir müssen davon ausgehen, dass die Person, die aus der Tasse ohne Schlafmittel trank, auch verantwortlich ist für den Diebstahl der Bohrprobe und die Löschung der Daten.

Tasse ohne Schlafmittel

 

Teetassen

Lippenstift-Abdrücke

Dunkler Fleck am Henkel

Hier sehen Sie einen Screenshot des Computers im Labor der POLARIS

 

Screenshot des Labor-Computers

Den Grundriss der Polaris, der von Spurensicherung angefertigt wurde, können Sie hier einsehen oder als PDF downloaden.

Grundriss der Polaris

 

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Besatzungsmitglieder

 

KATYA POTEMKINA SAMYEVNA

Alter: 27

Geburtsort:

St. Petersburg

Größe: 178

Familienstand: ledig

Funktion: Wissenschaftlerin (Geophysik)

Berufslaufbahn: Studium der Geophysik in München und Odessa; Promoviert derzeit zum Thema „tektonische Faltungsprozesse nördlich des Polarkreises“

FRANKA FISHER

Alter: 39

Geburtsort: Berlin

Größe: 172

Familienstand: ledig

Funktion: Kapitänin

Berufslaufbahn: Ausbildung zur Kapitänin, Bisherige Expeditionen brachten sie von Hamburg u.a. zu den Falkland-Inseln, Galapagos und in die Bering-See

GREGOR KONING

Alter: 42

Geburtsort: Frankfurt

Größe: 186

Familienstand: verheiratet

Funktion: Wissenschaftler

(Meteorologie)

Berufslaufbahn: Rettungssanitäterausbildung bei der Bundeswehr, Studium Meteorologie in München, Doktorarbeit zur Klimageografie des Nordpolarmeers, Lehrtätigkeit u.a. in Seattle, Singapur und Hamburg

DEVA EGEDE

Alter: 33

Geburtsort: Nuuk (Grönland)

Größe: 168

Familienstand: langjährige Partnerschaft

Funktion: Wissenschaftlerin (Ozeanografin)

Berufslaufbahn: Studium Marine Sciences in Québec und Ozeanographie in Kiel, Doktorarbeit zum Thema „Tiefsee-Robotik“, Lehrtätigkeit u.a. in Hamburg, Vancouver und Rostock

ADRIAN ZILVERSMIT

Alter: 35

Geburtsort: Schwerin

Größe: 174

Familienstand: ledig

Funktion: Wissenschaftler

(Meeresbiologie)

Berufslaufbahn:

Studium der Meeresbiologie in Bremerhaven, Helsinki und Bergen. Postdoc zum Thema „Klimatische Einflüsse auf die Populationsgröße des Alaska-Seelachs“

Von allen Besatzungsmitgliedern liegen Aussagen zur Tatnacht vor, die an Bord auf einem Diktiergerät gefunden wurden. Scheinbar kamen Sie darin überein, diese Aussagen freiwillig aufzuzeichnen. Zur besseren Übersichtlichkeit haben wir die Aussagen aufgeteilt auf Beschreibungen VOR und NACH der Entdeckung, dass die Analyse-Daten gestohlen worden waren.

 

Aussagen

KATYA

00:00 / 01:25

Nach dem Abendessen war ich noch länger wach. Hab kurz wie jeden Abend in meiner Kajüte mein Video-Tagebuch aufgenommen. Dann waren wir noch rauchen. Adrian, Deva und ich. Und hatte auch ne Flasche Wein dabei, die wir ziemlich leer gemacht haben…. Adrian ist dann irgendwann weg. Ich bin auch nicht mehr lange geblieben. Dann hab ich halt geschlafen. Und aber irgendwann – ich weiß nicht wie spät das war, aber muss schon eher morgens gewesen sein, da war ich einmal auf dem Flur. Wollte auf Toilette und als ich wieder raus kam, da hab ich Adrian gesehen, am Ende des Flurs. Ist gerade die Treppe runter zum naja, …. wo eben auch das Labor ist. Ich hab seinen Namen gesagt, aber er hat sich gar nicht zu mir umgedreht, hat mich wohl nicht gehört. Und ich wollte eben auch nicht so laut sein, also um niemanden zu wecken, na klar. Hab mir aber nix dabei gedacht, der ist ja öfter mal nachts wach wegen den nachtaktiven Tieren und so. Deswegen bin ich dann einfach zurück in meine Kajüte und bin nochmal eingeschlafen. Irgendwann hat‘s geklopft, ich glaub das war dann wohl Gregor. Der meinte jedenfalls später, er hätte versucht mich zu wecken. Ehrlich gesagt hatte ich n ganz schön dicken Schädel vom Wein und hab ein paar Minuten gebraucht, um so richtig wach zu werden. Und da waren die anderen schon alle im Labor.

FRANKA

00:00 / 02:08

Ich war dran mit Spüldienst, also bin ich nach dem Abendessen noch eine Weile in der Kombüse geblieben. Das hat ziemlich gedauert, weil ich dann auch noch abtrocknen musste. Eigentlich wäre das Adrians Aufgabe gewesen, aber der war mit seinem Kopf mal wieder ganz woanders. Ich hab ihn dann irgendwann draußen im Flur gehört und hab meinen Kopf aus der Tür gesteckt, um ihn zu fragen, wo er denn bliebe. Er hat mit Gregor gesprochen, der ziemlich wütend aussah. Ich hab nicht gehört, was Adrian gesagt hat, aber Gregor meinte sowas wie: "Das musst du ja gerade sagen. Das ich nicht lache. Du schmeichelst dich hier bei allen ein, aber ich weiß Bescheid." Irgendwie sowas. Ich hatte echt kein Interesse, in einen Streit zu geraten, also hab ich halt den Rest auch noch alleine weggespült, was soll's.

Danach bin ich in meine Kajüte gegangen, hab meinen Eintrag ins Logbuch geschrieben und mir wie jeden Abend noch ein paar Gedanken zur Route für den nächsten Tag gemacht. Das dauerte so bis ca. Viertel vor 12. Dann bin ich in den Waschraum gegangen und auch noch kurz unter die Dusche gesprungen. Ich mag das lieber, wenn man danach direkt in die warme Koje kann. Ich hab tief und fest geschlafen, allerdings bin ich morgens von irgendeinem Geräusch auf dem Flur wach geworden. Erst hab ich mich geärgert, aber dann hab ich aus dem Fenster geblickt um zu sehen, ob wir heute gute Wetterverhältnisse haben, um die nächste Etappe anzugehen. Da entdeckte ich eine Gruppe Buckelwale, gar nicht weit von unserem Schiff. Also nahm ich meinen Zeichenblock und skizzierte die Wale. Wo kann man das schon tun? Buckelwale beobachten während man noch im Schlafsack liegt? Gegen Viertel nach 6 bin ich dann aber aufgestanden. Hab mich schnell in meiner Kajüte angezogen und bin dann in die Kombüse. Dort habe ich Adrian getroffen, der anscheinend schon länger da saß und angefangen hatte zu frühstücken. Wir haben ein bisschen geredet aber schon nach 3-4 Minuten kam Gregor und hat uns ins Labor geholt. Dort haben wir dann gesehen, was passiert ist.

 

GREGOR

00:00 / 02:03

Nach dem Abendessen bin ich hoch und hab meine Familie angefunkt, ich wollte meiner Tochter von dem Bohrkern erzählen. Zu Weihnachten hab ich ihr ein Forschungsschiff von Lego geschenkt, das liebt sie über alles. Ein paar Jahre noch, dann unternimmt sie selbst Expeditionen. Wie ihr Papa.

Nach dem Gespräch war ich...ziemlich müde. Und bin früh zu Bett. Anscheinend war ich der Einzige, der einfach nur seine wohlverdiente Nachtruhe genießen wollte. Aber das war mir nicht vergönnt. Angefangen hat das schon damit, dass irgendjemand kurz nach Mitternacht noch den Wasserkocher angeschaltet hat. Das ist ja wohl wirklich unnötig. Dann am frühen Morgen hörte ich auf dem Flur jemanden Niesen und mehrfach hintereinander Schritte. Es hat sich angehört als ob die Anderen die ganze Zeit kreuz und quer über den Flur laufen. Dann klopfte jemand. Also nicht an meine Tür, sondern irgendwo in der Nähe. Gefolgt von einem scheppernden Geräusch. Scheppernd? Ja, weiß nicht. Jedenfalls ziemlich laut, ziemlich durchdringend als ob jemand was fallen gelassen hätte. Da wurde es mir dann zu bunt und ich bin aufgestanden. Hinten im Flur kurz vor den Treppen stand Deva. Ich hab sie dann wohl einigermaßen genervt gefragt, ob sie das sei, die hier mit irgendwelchen Gegenständen schmeißen würde. Dann ist mir erst aufgefallen, dass sie aussah, als hätte sie die ganze Nacht kein Auge zugetan. Und ich hab sie gefragt, ob sie wieder Schlafprobleme habe. Sie verneinte und sagte, sie sei nur neugierig auf die Analyse-Ergebnisse. Also hab ich mich ihr angeschlossen und wir sind zusammen ins Labor gegangen. Tja und da haben wir dann gesehen, dass der Bohrkern weg war und die Analyse-Ergebnisse waren gelöscht. 20 Minuten vorher muss das passiert sein. Ich ging sofort die anderen wecken. Erst zu Katya, die aber nicht reagierte. Ihre Tür war abgeschlossen. Dann ging ich in die Kombüse, weil ich von dort Stimmen hörte, und fand Adrian und Franka.

 

DEVA

00:00 / 01:27

Ich war draußen rauchen mit Katya und Adrian. Also, Katya und ich hatten uns ja beim Abendessen n bisschen in die Haare gekriegt, das ist ja niemandem entgangen nehme ich an. Und naja, hinterher tat mir das leid, deshalb bin ich ihr nach. Sie meint das ja nicht so, sie will nur … Aufmerksamkeit, glaub ich. Wir haben dann noch ihre Flasche Wein leer gemacht, das war eigentlich noch ein ziemlich schöner Abend. Wir haben uns gut unterhalten und sind dann ins Bett. Also, haben Gute Nacht gesagt und ich bin in meine Kajüte. Ich konnte aber mal wieder nicht gut schlafen. Noch zusätzlich, glaub ich, weil ich aufgeregt war wegen der Ergebnisse der Bohrkern-Analyse. Ich lag ein bisschen wach, hab auf den Wecker geguckt und gedacht: Die Analyse muss jetzt schon abgeschlossen sein. Anstatt mich weiter im Bett zu wälzen, wollte ich nachsehen. Als ich vor der Treppe runter zum Labor stand, kam Gregor aus seinem Zimmer. Hat mich gefragt, was ich mache, und so sind wir zusammen ins Labor. Es hat einen Moment gedauert, bis wir das wirklich begriffen haben, was los ist. Auch Gregor, der sonst ja immer alles weiß, hat dieses Mal aufs Mansplaining verzichtet. Erst dachte ich, wir hätten das falsche Programm gestartet oder so. Aber als wir dann bemerkten, dass auch der Bohrkern fehlt, war klar, dass die Analyse-Ergebnisse tatsächlich gelöscht worden waren.

 

ADRIAN

00:00 / 02:37

Nach dem Abendessen waren Katya und ich noch draußen rauchen und quatschen, wie wir das eigentlich jeden Abend tun. Deva kam auch dazu. Ich hab auch noch ein Schlückchen Wein getrunken, war aber nur kurz draußen und bin dann in meine Kajüte. Im Flur hab ich Gregor getroffen, der irgendwie an der Tür seiner Kajüte hantierte und die nicht aufbekam. Dann hat er so mit der flachen Hand gegen die Tür geschlagen. Der war echt richtig wütend. Ich konnte es nicht lassen und meinte so "Hey was ist los, Gregor. Gewalt ist keine Lösung, weißt du doch". Ohje, das hätte ich mal besser nicht sagen sollen. Das hat ihn natürlich noch mehr aufgeregt. Ich bin dann lieber schnell in meine Kajüte. Da hatte ich echt keine Lust drauf, auf diese ganze negative Energie.

Nachts bin ich dann irgendwann wach geworden, ich weiß gar nicht warum. Vielleicht habe ich einfach ihre Präsenz gespürt. Denn als ich aus dem Fenster schaute waren sie da: 4 Buckelwale, direkt neben unserem Schiff! Vielleicht waren das dieselben wie vor zwei Tagen, aber dieses Mal waren sie noch zahlreicher. 4 Buckelwale auf einmal, das ist wirklich eine Besonderheit. Ich habe mir nur schnell den Anorak übergeworfen, mir die Kamera geschnappt und dann bin ich aufs Vorderdeck. Die Wale waren noch da, der nächste keine 30 Meter neben uns. Es war wirklich erhebend, die Tiere von so Nahem zu sehen. Allerdings hab ich mir natürlich auch Sorgen gemacht. Um diese Jahreszeit sollten sie eigentlich schon in den Süden ziehen, aber inzwischen sind die Temperaturen hier so hoch, dass das die Wanderung der Wale durcheinanderbringt. Das ist wirklich beunruhigend. Umso wichtiger, dass ich das fotografisch dokumentiere. Irgendwann wurde mir aber doch ganz schön kalt, und ich glaubte mich zu erinnern, dass ich meine Mütze in der Funkzentrale liegen gelassen habe. Manchmal stört mich die dicke Wolle beim Telefonieren. Naja, deshalb bin ich hoch zur Funkzentrale auf der Brücke und hab dort gesucht, konnte die Mütze aber nicht finden. Als ich wieder draußen war, hab ich noch einen einzelnen Wal entdeckt, einen Nachzügler.

Dann hat es sich auch nicht mehr gelohnt, sich nochmal hinzulegen. Also bin ich dann in die Kombüse, hab mir ein Brot geschmiert und dort ein bisschen gesessen und gelesen. Um 20 nach 6, das weiß ich, weil da hab ich gerade auf die Uhr geguckt, kam Franka rein. Ich hab angefangen ihr von den Buckelwalen zu erzählen, aber dann kam schon Gregor und hat uns ins Labor geholt.

 

Die Polizei fand bei der Durchsuchung der Kajüten die folgenden Objekte. Leider gibt es keine Aufzeichnungen darüber, welches Besatzungsmitglied welche Kajüte bewohnte.

Kajüte 1

 
 

Kajüte 2

 

Kajüte 3